ISO 180 Bestimmung der Izod-Schlagzähigkeit
Zusammenfassung1.1 Dieses Dokument legt ein Verfahren zur Bestimmung der Izod-Schlagzähigkeit von Kunststoffen unter definierten Bedingungen fest. Es werden verschiedene Arten von Proben und Testkonfigurationen definiert. Je nach Werkstoffart, Prüflingsart und Kerbart werden unterschiedliche Prüfparameter vorgegeben.1.2 Das Verfahren dient zur Untersuchung des Verhaltens bestimmter Probentypen unter den definierten Schlagbedingungen und zur Abschätzung der Sprödigkeit oder Zähigkeit von Proben innerhalb der durch die Prüfbedingungen bedingten Grenzen.1.3 Das Verfahren ist für den Einsatz mit folgendem Materialspektrum geeignet:— starre thermoplastische Form- und Extrusionsmaterialien, einschließlich gefüllter und verstärkter Compounds sowie ungefüllter Typen; starre thermoplastische Platten;— starre duroplastische Formmaterialien, einschließlich gefüllter und verstärkter Verbindungen; Starre duroplastische Platten, einschließlich Laminate;— faserverstärkte duroplastische und thermoplastische Verbundstoffe mit unidirektionalen oder nicht unidirektionalen Verstärkungen wie Matten, gewebten Stoffen, gewebten Rovings, geschnittenen Strängen, Kombinations- und Hybridverstärkungen, Rovings und gemahlenen Fasern sowie Platten aus vorimprägnierten Materialien (Prepregs);— thermotrope Flüssigkristallpolymere.1.4 Das Verfahren eignet sich normalerweise nicht für den Einsatz bei starren Zellmaterialien und Sandwichstrukturen, die Zellmaterial enthalten. Auch für langfaserverstärkte Verbundwerkstoffe oder thermotrope Flüssigkristallpolymere werden in der Regel keine gekerbten Proben verwendet.1.5 Das Verfahren eignet sich für die Verwendung von Probekörpern, die entweder auf die gewählten Abmessungen geformt, aus dem Mittelteil eines Standard-Mehrzweckprobekörpers (siehe ISO 20753) oder aus fertigen oder halbfertigen Produkten wie Formteilen, Laminaten und extrudierten oder gegossenen Platten herausgearbeitet werden können.1.6 Das Verfahren legt bevorzugte Abmessungen für den Probekörper fest. Tests, die an Proben unterschiedlicher Größe oder mit unterschiedlichen Kerben oder an Proben, die unter unterschiedlichen Bedingungen hergestellt wurden, durchgeführt werden, können zu nicht vergleichbaren Ergebnissen führen. Auch andere Faktoren wie die Energiekapazität des Geräts, seine Aufprallgeschwindigkeit und die Konditionierung der Proben können die Ergebnisse beeinflussen. Wenn daher Vergleichsdaten erforderlich sind, müssen diese Faktoren sorgfältig kontrolliert und aufgezeichnet werden.1.7 Die Methode ist nicht als Datenquelle für Entwurfsberechnungen gedacht. Informationen über das typische Verhalten eines Materials können jedoch durch Tests bei unterschiedlichen Temperaturen, durch Variation des Kerbradius und/oder der Dicke sowie durch die Prüfung von Proben, die unter verschiedenen Bedingungen hergestellt wurden, gewonnen werden.